Aufsteigende Feuchtigkeit

Aufsteigende Feuchtigkeit finden wir in erster Linie bei alten Häusern, die weder über horizontale noch über vertikale Sperrschichten oder Drainagen verfügen.

Bei neueren Gebäuden sind meist bauliche Mängel eine Ursache für die aufsteigende Feuchtigkeit.
Im Erdreich sind in der Regel mehr Was-ser und darin gelöste Salze enthalten, als im Mauerwerk. Das Erdreich hat somit ein höheres Potential als das Gebäude. In der Zeichnung als - Bereich (Erdreich) und + Bereich (Gebäude) dar-gestellt. Die Trennlinie zwischen hohem Potential und niedrigem Potential wird als Null – Potentiallinie bezeichnet.

Die Natur ist immer um einen Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Potentialen bestrebt. Beim Neubau eines Gebäudes ist dieses durch vertikale und horizontale Sperren vom Erdreich getrennt, ein Ausgleich zwischen den Potentialen kann nicht stattfinden. Folge: die natürliche Erdfeuchte wird ausgesperrt.
Im Laufe der Jahre werden die Sperrschichten (z.B. Bitumenanstrich) aufgrund des Materialver-schleißes und der Zersetzung durch Salzeinwirkungen undicht.
Die unterschiedlichen Potentiale gleichen sich aus, indem sich das Mauerwerk mit dem Erdreich verbindet, und die Baustoffe Feuchtigkeit mit den darin gelösten Salzen aufnehmen. Diesen Vor-gang bezeichnet man als Osmose.
Da die Ionen dieser schädlichen Salze (Nitrate, Chloride, Phosphate und Sulfate) negativ geladen sind, werden auch die damit belasteten Gebäudeteile negativ.

 

Jeder Baustoff besitzt Kapillaren, in de-nen die ionisierte Feuchtigkeit nach oben wandert. Der Steigdruck (Steighöhe) entwickelt sich aus der Oberflächenspannung des Wassers, dem Benetzungseffekt des Baustoffes und der Größe der Kapillaren (Kapillar-Aszension).
Diese Wasserbewegung durch die engen Haarröhrchen erzeugt ein schwaches elektromagnetisches „Minus-Feld“ (Millivolt- Bereich) in der Mauer, das für den weiteren Auftrieb verantwortlich ist (Strömungspotential). Durch diese Kapillarwirkung (Saugwirkung) des Baustoffes wandert auch die Null-Potentiallinie nach oben.

 

Die Mauerfeuchtigkeit tritt an der Wandoberfläche aus, verdunstet und hinterlässt Salzkristalle. Diese Salzausblühungen verursachen chemische Zersetzungen von Verputz und Mauerwerk, die bis zur Zer-störung der Bausubstanz (Mauerfraß) reichen.